Der Methodismus ist neben den lutherischen, reformierten, anglikanischen und baptistischen Kirchen und Gemeinschaften die fünfte grosse Konfessionsfamilie des Protestantismus. Im 18. Jahrhundert entstanden, verbindet sich bei ihm Reformation und Moderne konsequenter als bei allen anderen.
Der Methodismus entstand im 18. Jahrhundert in England. John Wesley und seine Mitstreiter wollten die Kirche erneuern und Menschen erreichen, die in ihr kaum einen Platz fanden. Sie predigten unter freiem Himmel, trafen sich in kleinen Gruppen und kümmerten sich um Arme und Kranke. Aus dieser Bewegung gingen Kirchen hervor, die sich weit über England hinaus verbreiteten.
Für die methodistische Bewegung gehören Glaube und Lebensveränderung eng zusammen. Das gilt in zweierlei Hinsicht: Glaube selbst wurzelt in persönlicher Erfahrung der Liebe Gottes. Und zugleich ist der Methodismus von der Überzeugung geprägt, dass der Glaube in tätiger Nächstenliebe Gestalt gewinnt. Methodismus ist Protestantismus der Liebe.
Zugleich ist seine Geschichte voller Spannungen: zwischen Erweckung und kirchlicher Ordnung, zwischen unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie Christinnen und Christen zusammenleben sollen. Wie wurde aus einer Erneuerungsbewegung eine weltweite Kirchenfamilie? Was hält sie zusammen, und woran entzünden sich heute Spannungen und Spaltungen? Und nicht zuletzt? Was verdanken alle anderen kirchlichen Gruppierungen dem Methodismus?